| In fast jeder Chronik von Städten und Gemeinden ist nachzulesen,
dass früher ganze Strassenzüge oder Stadtteile durch Feuer vernichtet wurden. Damals war es
Aufgabe der Bürger, in solchen Fällen einander beizustehen, um Hab und Gut zu retten. Die Alarmierung erfolgte durch Glockengeläut, Hornisten oder Türmer. Der Türmer hatte damals die Aufgabe, besonders nachts, nach Feuer Ausschau zu halten und durch Anbringen einer Fackel am Turm den Bürgern die Richtung zur Brandstelle zu weisen. Die Brandbekämpfung erfolgte mit primitivsten Mitteln wie Ledereimern, Holzbottichen und Kübeln. Jeder Haushalt besaß einen eigenen Löscheimer. Bei Bränden mußten erst lange Eimerketten gebildet werden, um Wasser zum Brandherd befördern zu können. Der Erfolg dieser Art der Brandbekämpfung war sehr gering. Erst gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehren waren in der Lage, dem roten Hahn Einhalt zu gebieten. Auf Anordnung des damaligen königlichen Landrates sollte in Bösperde eine Pflichtfeuerwehr gegründet werden, was jedoch keineswegs den Beifall der Bürger fand. Sie wollten eine freiwillige Feuerwehr, und mit Unterstützung des damaligen Ehrenamtmannes Wiemann gelang dies auch. So wurde im Dezember 1909 die freiw. Feuerwehr gegründet, die in den ersten Jahren von Brandmeister Caspar Rohe geführt wurde. Es konnten bereits die ersten Uniformen angeschafft werden. Die Wehr machte gute Fortschritte, und so fand bereits 1911 die erste Alarmübung statt. Die Alarmierung erfolgte damals durch Hornisten, da es in Bösperde noch keine Kirche mit Glockenturm gab. Es wurde beschlossen ein Trommlercorps zu bilden. Bedingt durch den folgenden 1. Weltkrieg erlitt die junge Wehr ihren ersten Rückschlag. So zählte sie bei Kriegsende nur noch 4 Mann. In diesem Jahr folgte die Aufstellung einer Musikkapelle mit 25 Mitgliedern. Die Löschgruppe bestand nun aus der beachtlichen Anzahl von 58 Mitgliedern. Auf staatl. Anordnung wurde die Wehr auf eine Mitgliederzahl von 27 verringert. Der größte Einsatz während der Kriegszeit erfolgte, als es im Mai bei der Möhnekatastrophe drei Tage lang galt, Tiere und Sachwerte zu retten sowie Tote zu bergen. Das erste Fahrzeug erhielten die Bösperder gegen Ende des Krieges einen Brennabor mit einer TS 8/8 auf einem Anhänger. Hiermit begann auch der Wiederaufbau, in den auch die Gründung einer Jugendgruppe fiel. In diesem Jahr konnte das Richtfest für einen Steigerturm gefeiert werden, der bis zum heutigen Zeitpunkt noch existiert. Im September konnte der Wehr ein neues Fahrzeug, ein LF 8 auf Ford FK, das dringend benötigt wurde, übergeben werden. Die Bösperder Wehr feiert ihr 50 jähriges Bestehen. Da das Gerätehaus an der Heidestrasse mittlerweile zu klein geworden ist, beschließt die Amtsverwaltung ein neues Gerätehaus an der Dorfstrasse zu bauen. Der Schlüssel des neuen Gerätehauses wurde übergeben. Nach einer kommunalen Neuordnung bildet die LG Bösperde seit dem 1.1.1972 zusammen mit den Löschgruppen Halingen und Schwitten den Löschzug Nord der freiw. Feuerwehr Menden. Im gleichen Jahr kann ein LF 8 schwer (Mercedes LAF 911/ Schlingmann) an die Bösperder übergeben werden. Das schon lange benötigte TLF 16/25 (Mercedes LAF 1113/ Schlingmann) wird im Februar der Löschgruppe übergeben. Eine weitere Anschaffung war der Einsatzleitwagen, der dem Zug Nord übergeben wurde, und in Bösperde stationiert ist. Die Löschgruppe Bösperde feiert ihr 75 jähriges Bestehen. Nach knapp einjähriger Bauzeit konnte am 25. Oktober der Erweiterungsbau des Gerätehauses feierlich übergeben werden. Die Löschgruppe erhält einen Gerätewagen mit einer Strahlenschutzausrüstung, der aus einem ausgedienten Rettungswagen umgebaut wurde. Die Löschgruppen Bösperde, Halingen und Schwitten (Löschzug Nord) werden von nun an im Bereich Strahlenschutz verstärkt ausgebildet. Drei Kameraden gründen die Modellbaugruppe Bösperde. Ausserdem stellte die Feuerwehr Menden-Bösperde die Brandsicherheitswache zum Mendener Forum, einer Veranstaltung mit Persönlichkeiten wie Hans Dietrich Genscher, Henri Kissinger und Michail Gorbatschow. Diese wurde von mehreren Fernsehsendern live in die ganze Welt ausgestrahlt. Initiator dieses Highlights war Ulrich Bettermann, Geschäftsführer der Firma OBO. Bei der Jahresdienstbesprechung wird das (fast) neue LF 16/12 (MAN 12.232/ Schlingmann) als Ersatz für das LF 8 schwer an die Bösperder übergeben. Die Löschgruppe feiert Ihr 90 jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr gehören 50 aktive Kameraden der LG Bösperde an. Mit einer großen Schauübung, eingeläutet mit Sirenenalarm, begann der Auftakt zu einem gelungenen Jubiläumsfest! Der 20 Jahre alte VW Bulli Einsatzleitwagen wird gegen einen neuen Ford Transit ersetzt. Das 27 Jahre alte TLF 16/25 wird ersetzt durch ein ziemlich neues TLF 16/25 (Baujahr 1997), welches zuvor seinen Dienst bei der Feuer- und Rettungswache versehen hat. Eine echte Bereicherung für die Löschgruppe - im Hinblick auf die aktuelle Technik und auch für die Motivation der Kameraden. Führungswechsel bei der Wehr - Der Kamerad Luz Schneider übergibt sein Amt als Löschgruppenführer in die Hände von Stefan Meyer. Er wird daraufhin sein Stellvertreter. Das war notwendig... Der Schulungsraum wurde in diesem Jahr komplett renoviert und mit zeitgemäßer Präsentationstechnik für den theoretischen Unterricht ausgestattet. Ein besonderer Dank gilt hier allen Sponsoren, ohne die diese Maßnahme nicht möglich gewesen wäre! | ![]() ![]() 1909 - Die Löschgruppe im Gründungsjahr ![]() 1936 - Die Bösperder bei einem Umzug ![]() 1966 - Grossbrand bei der Fa. Kraas ![]() 1972 - Neues LF 8 für die Bösperder Wehr ![]() 1999 - 90 Jahre Löschgruppe Bösperde
2000 - Neuer ELW für den Zug Nord
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