| 3.2 Brandschutzerziehung/-aufklärung beinhaltet keine ausschließliche Werbung oder "Reklame" für die Feuerwehr. Wenn durch das Aufzeigen der Brandgefahren und das Training des Verhaltes in einem Brandfall das Interesse der Kinder für die Feuerwehr geweckt wird, so ist das nur ein - zwar willkommener - Nebeneffekt, nicht aber das Hauptanliegen. 3.3 Brandschutzerziehung/-aufklärung beinhaltet in erster Linie eine Schärfung des Gefahrenbewußtseins der Kinder. Das Erkennen von Gefahrenquellen muß im Vordergrund stehen, damit Brandursachen von vornherein ausgeschaltet werden. Durch gezieltes Schulen des Gefahrenbewußtseins können Gefahren im alltäglichen Leben erkannt und dann möglicherweise - auch von kleinen Kindern - beherrscht werden. 3.4 Brandschutzerziehung/-aufklärung beinhaltet darüber hinaus ein gezieltes Training für das Verhalten für den Fall, daß ein Brand ausgebrochen ist. Vielfältige Erfahrungen zeigen z. B., daß auch schon Kindergartenkinder - wenn sie es geübt haben - in der Lage sind, einen sachlich richtigen Notruf abzusetzen. In diesem Bereich ist Phantasie von allen Beteiligten gefordert, um - trotz des ernsten Hintergrundes - den Kindern das Verhalten in einem Ernstfall "kinderleicht" zu machen. Nicht Verstecken heißt die Devise für Kinder; vielmehr aktiv - aber richtig - mitwirken, um der Feuerwehr ggfs. einen zügigen, zielgerichteten Einsatz zu ermöglichen. 3.5 Brandschutzerziehung/-aufklärung beinhaltet einen wesentlichen Grundsatz, der in der Vergangenheit nicht immer beachtet worden ist. Nicht die Feuerwehr macht Brandschutzerziehung, sondern dies ist ureigenste, originäre Aufgabe der Erzieher und Lehrer. Diese Personen müssen nur von der Feuerwehr in die Lage versetzt werden, diesen Erziehungsauftrag sachgerecht erfüllen zu können z. B. mit einem Brandschutzkoffer Mendener Modell. Dieser Grundsatz der Aufgabenteilung muß immer wieder beachtet und bei allen Maßnahmen auch angewandt werden. Nicht die Feuerwehren sind die Erzieher oder anders herum die Erzieher sind nicht die Feuerwehren. Wenn dieser Grundsatz der Arbeitsteilung beachtet wird, ist der Grundstock für eine gedeihliche Zusammenarbeit in allen Bereichen gelegt. 4. Was kann/muß die Feuerwehr leisten? Unter Beachtung des Prinzips der Arbeitsteilung kommen auf die Feuerwehr folgende Aufgaben zu. 4.1 Anstoß geben/Motivation Von der Feuerwehr muß in vielen Fällen der Anstoß für eine gezielte Brandschutzerziehung ausgehen. Dabei ist die Brandschutzerziehung nicht mehr ein Thema für einen Unterricht, sondern Brandschutzerziehung muß integraler Bestandteil der Erziehung von Januar bis Dezember sein. Oftmals fehlt es bei den Erziehern und Lehrern nur an einer konkreten Anregung, um in diesem Bereich aktiv zu werden. Hier macht sich eventuell auch ein ständiger Kontakt zu den Kindergärten und Schulen bezahlt. 4.2 Beraten Oftmals fehlt es an einer gezielten Brandschutzerziehung deshalb, weil die Erzieher bzw. Lehrer zwar theoretisch das Wissen haben, ihnen jedoch derpersönliche Bezug zur Brandschutzerziehung nicht geläufig ist. Bei der Geburtstagsfeier im Kindergarten kann durchaus das Anzünden von Kerzen und der Umgang mit ihnen geübt werden. Bei Behandlung des Themas "Sauerstoff (Luft)" kann durchaus das Verbrennungsdreieck in der Grundschule eine beherrschende Rolle spielen. Ihre und unsere Ideen müssen als Beratungshilfen den Erziehern und Lehrern zur Verfügung stehen. Dabei gilt es auch, eventuell neue Ideen zu entwickeln, um diese von uns geförderte Beratung für die Erzieher/Lehrer noch attraktiver zu gestalten. 4.3 Material zur Verfügung stellen Ganz große Bedeutung muß dem Themenbereich beigemessen werden, daß die Erzieher/Lehrer immer dann eher geneigt sind, Brandschutzerziehung zu betreiben, wenn sie Unterlagen (Unterrichtsvorschläge usw.) erhalten und diese nicht erst selbst erarbeiten müssen. Je besser und umfangreicher das zur Verfügung gestellte Material ist, um so einfacher ist der Einstieg für die Lehrer/Erzieher. 4.4 Besuch auf der Feuerwache/Gerätehaus vorbereiten Der Besuch bei der Feuerwehr ist vielfach die Krönung der Brandschutzerziehungs-Maßnahme. Das darf aber nicht dazu führen, daß nur gezeigt wird, weiche schönen, großen, roten Autos die Feuerwehr hat. Der Besuch muß mit dem Erzieher/Lehrer vorbereitet werden, damit auf die Besonderheiten der vorangegangenen Maßnahmen in den Kindergärten und Schulden eingegangen werden kann. Je besser diese Vorbereitung und rechtzeitige Absprache ist, um so besser gelingt der Besuch bei der Feuerwehr. 4.5 Besuch bei der Feuerwehr begleiten Ganz wichtig ist, daß der Besuch bei der Feuerwehr sachlich begleitet wird von einem Feuerwehrangehörigen, der sich mit der Brandschutzerziehung befaßt hat. Nicht das Zeigen von Fahrzeugen oder Geräten ist entscheidend, prägend ist vielmehr das, was mit den Fahrzeugen der Feuerwehr alles erreicht werden kann. Das Zusammenspiel zwischen den Betroffenen (Notruf usw.) und den Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr muß deutlich werden. Zu beachten ist dabei immer die Altersstruktur der zu führenden Gruppe. Kindergartenkinder haben erfahrungsgemäß nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit einerseits, andererseits abergroßen Bewegungsdrang. Hierauf sachgerecht einzugehen ist unsere, und Ihre Aufgabe. 4.6 Nacharbeit mit den Eltern Eine besondere Bedeutung genießt die - oftmals noch nicht so intensiv - durchgeführte Nacharbeit mit den Eltern. Hier besteht eine große Chance, über die Brandschutzerziehung der Kinder auch zu einer Brandschutzaufklärung der Erwachsenen beizutragen. Gerade hier ist Engagement und Ideenreichtum gefordert! ©1994-2000 Michael Bals, Brandschutzerzieher Ihr Ansprechpartner für Brandschutzerziehung in Menden-Bösperde: Patrick Schulte Verwiesen sei an dieser Stelle auch an die Fa. Bals Brandschutzerziehung, die ein ganzheitliches Informations- und Produktangebot zur Brandschutzerziehung vorhält! |
|
© 2000 by Freiwillige Feuerwehr Menden-Bösperde - Alle Rechte vorbehalten |