Kirchturmbrand 1973

 

Pünktlich zum Weihnachtsfest sollte die Kirche in neuem Glanze strahlen. Doch es kam ganz anders.

Um die frische Farbe bei Außentemperaturen von weit unter 0°C zu trocknen wurde die Heizung der Kirche unter Volllast gefahren. Niemand rechnete damit, dass ein Teil der Wärme in den Glockenturm stieg und sich dieser in den Morgenstunden des 01.12.1973 entzündete.
Bei -15°C standen nun ca. 100 Feuerwehrleute dem spektakulärsten Einsatz in der Halinger Geschichte gegenüber. Alarmiert wurden damals neben der Löschgruppe Halingen die Feuerwehren des Amtes Menden, die Feuerwehr der Stadt Menden und darüber hinaus noch Löschgruppen der Stadt Fröndenberg, die u. a. ihre Drehleiter mitbrachten.

 

Folgender Bericht war in der Februar-Ausgabe 1974 zu lesen:


Einen Tag vor dem 1. Advent: Kirchturm wurde zur Fackel

Wie eine riesige Fackel in einer tiefverschneiten Landschaft stand der Turm der Halinger St.-Antonius-Kirche am Samstag im Morgendämmerlicht (siehe Titelbild).

Den Halingern bot sich ein gespenstisches Bild. Hoch schlugen die Flammen aus dem Turm des Gotteshauses, der für die Gemeinde seit vielen Jahrzehnten Mittel­punkt und Wahrzeichen war.

Wenige Minuten nach Bemerken des Brandes stand schon die Löschgruppe Halingen im Einsatz, den sie allein nicht bewältigen konnte. Um 7.30 Uhr hatte das Feuer die Zeiger an einem der Zifferblätter der Turm­uhr gestoppt. Daß das Feuer um 7.50 Uhr bereits den ganzen Turm erfaßt hatte, zeigten die Uhren auf den anderen Seiten des Turmes.

Doch um die Zeit waren zusätzlich die Wehren des Amtes Menden sowie die Wehr der Stadt Menden alar­miert und darüber hinaus rückte zu nachbarlicher Löschhilfe die Fröndenberger Wehr an. Gemeinsam standen ca. 100 Feuerwehrmänner bei etwa 15 Grad Kälte in einem schweren Einsatz.

Nach einem zuerst durchgeführten Innenangriff durch die Lendringser Wehr, die sich dann wegen zu großer Gefahr zurückziehen mußte, konnte ein weiterer Löschangriff nur hauptsächlich über die DL 30 von Menden und Fröndenberg durchgeführt werden.

Die wichtigste Aufgabe blieb im Augenblick indessen einzig und allein, das Kirchenschiff vor den Flammen zu schützen.

Gegen 10 Uhr, um jene Zeit, als das sich schon stark neigende Kreuz von der Spitze des verkohlten Gebälks des Turmdachs in die Tiefe stürzte, wußten die Halinger, daß im Gottesdienstraum selbst kein Schaden ent­standen war.

Sowohl der wertvolle Hochaltar als auch andere wertvolle Kunstwerke sind Dank des Einsatzes aller Feuerwehrmänner in eisiger Kälte der Gemeinde erhalten geblieben.

 


 

Dieses Ereignis ist seinerzeit gefilmt worden. Wer damals geistesgegenwärtig die Kamera geholt hat ist nicht mehr bekannt. Jedenfalls hat diese Person dafür gesorgt, dass es auch für nachfolgenden Generationen Bilder von der Einsatzstelle gibt. Nun gab es 1973 noch nicht die heutige Technik. Dieser alte Super 8 Film hat eine nicht so gute Qualität, wie man sie heute erwarten würde. Aber dennoch erfüllt er seinen Zweck. Sehen Sie selbst!


Um den Modembesitzern auch eine Chance zu geben ist der Film hier stark komprimiert und etwas gekürzt worden. Die volle Länge in etwas besserer Qualität gibt es hier.

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